Blonde Juwelen in München-Riem„Leider hatte es in der Nacht von Freitag auf Samstag so stark
geregnet, dass wir die Veranstaltung vom Rasenplatz in die
neue Reithalle verlegen mussten. Trotz des spontanen Umbaus
war die Veranstaltungaber ein voller Erfolg. Die Halle war gefüllt mit
Zuschauern und Haflingerfreunden aus Nah und Fern und die
Qualität der Fohlen war hervorragend“, resümiert Hans Schiller,
1. Vorsitzender des Rassebeirats Haflinger.
Insgesamt 63 Fohlen aus den Süddeutschen Zuchtverbänden
waren zum Fohlenchampionat am 22. August in München-Riem
gemeldet. Auf zwei Ringen wurden die Rohdiamanten der
süddeutschen Haflingerzucht von jeweils zwei Richtern genau
unter die Lupe genommen. Zu diesem Anlass waren Michael Jakob
(Friedrichsdorf), Johann Kappelsberger (Dietramszell),
Wolfgang Kühlechner (Gunzenhausen) und Manfred Weber
(Marbach) als Richter angereist.
Schon vor Prämierungsbeginn konnte man sicher sein, dass es
nirgendwo in Deutschland so viele Spitzenfohlen auf einem
Auftriebsplatz zu sehen und zu kaufen gibt. Sämtliche Fohlen
mussten sich in ihren Heimatverbänden für dieses züchterische
Highlight erst qualifizieren.
Stutfohlen
Siegerfohlen der Edelbluthaflinger Stutfohlen wurde eine
Negresko-Andiamo-Tochter(Mutter Alina war Landessiegerin in
Bayern), aus der Zucht und dem Besitz von Wolfgang Greiner aus
Dinkelscherben in Bayern. Dieses Fohlen überzeugte mit Noten von 9,0 und besser in allen vier Bewertungskategorien.
Dicht auf den Fersen war ihr eine Tochter von Europasieger-Alibaba aus einer Novill-Mutter, die von Thomas Paulsteiner, Seeg, ebenfalls Bayern, gezogen wurde. Auch diese junge Lady erhielt Höchstnoten und sicherte sich damit den Titel der Vizechampionesse der Edelbluthaflinger.
In der Kategorie Haflinger gab es bei den Stuten in diesem Jahr
zwei Sieger. Josef Singer aus Bad Feilnbach, Bayern, durfte sich
als einer der Sieger über den Championatstitel freuen. Er stellte
eine blonde Dame von Weritas/Nanking vor, die vor allen Dingen im Bewegungsablauf überzeugte. Besonders gelohnt hatte sich die
weite Anreise auch für Karsten Franz aus Laubach in Hessen.
Seine bestechende Tochter des Newlook aus einer
Allacher liz.- Mutter wurde ebenfalls zum besten reingezogenen
Stutfohlen gekürt.
Hengstfohlen
Sensationelle Ergebnisse erzielten die Hengstfohlen des Endrings.
Viermal wurde hier die Wertnote 10 vergeben, auch mit Noten
von 9,0 und besser wurde nicht gespart. Ein in Bayern gezogenes
Hengstfohlen vom süddeutschen Körungssieger Werano-Gold aus einer Nathian-Mutter stach besonders hervor. Er wurde jeweils für Typ und den Bewegungsablauf mit der Note 10 belohnt. In der Korrektheit und im Gesamteindruck vergaben die Richter eine 9,5. Züchter und
Besitzer Johann Mittermüller aus Erharting freute sich zu Recht
über den Sieg bei den Edelbluthaflingern. Reservesieger bei den
Edelbluthaflingern wurde ein Nachkomme des Sole Mio
(Reservesieger Süddeutsche Körung) aus einer Mutter von Arlequin
aus dem Zuchtgebiet Hessen (Z.: Wilhelm Trabert, Nüsttal-Rimmels).
Auch dieses Hengstfohlen erhielt im Typ die Höchstnote von 10,0.
Die Note 9,5 gab es für den Gesamteindruck.
Sieger der reingezogenen Haflinger wurde ein Fohlen von
Stainz/Winterstein aus der Zucht und Besitz von Karl Stadler
aus Ziemetshausen, Bayern. Auch dieser Hengstanwärter von
morgen wurde mit einer 10,0 im Typ bewertet. Besonders gefiel
er auch im Gesamteindruck. Über den Titel des Reservesiegers
durften sich bei den reingezogenen Haflingern gleich zwei
Fohlen freuen. Ein Andiamo-Night-Sohn (Südd. Körreservesieger)
aus einer Waldprinz-Mutter des Züchters Hans-Jürgen Noack, aus Kolkwitz/Cottbus, der zugleich die weiteste Anreise nach München
hatte und aus dem Zuchtgebiet Sachsen-Thüringen kommt, und ein
hochnobles hessisches Fohlen von BPH-Nobelius aus der amtierenden Europasiegerin Oliana nach Amadeus (Z.: Sabrina Mach/Altenstadt)
teilten sich den Titel.
Die Endringe und die Bekanntgabe der Sieger war in das
Schauprogramm eingebunden, welches nach einer kurzen
Mittagspause in der neuen Reithalle stattfand. Lässige
Westernpferde, heiße Räder und fesche Reiterinnen demonstrierten
die Vielseitigkeit der blonden Schönheiten. Wer sehen wollte,
was aus den kleinen Juwelen eines Tages werden kann, der war
hier genau richtig. Um 15 Uhr betrat Auktionator Ulrich Böker das
Auktionspult. 46 Fohlen galt es an diesem Nachmittag an den
Mann oder die Frau zu bringen. Ein besonderes Highlight war
und ist, dass bei dieser süddeutschen Auktion alle Endringfohlen
unter den Hammer kommen. Der Durchschnittspreis der
zugeschlagenen Hengstfohlen lag bei 1.769 Euro, bei den
Stuten lag der Durchschnitt bei 2.130 Euro. Das teuerste
Stutfohlen war die Katalognummer 17 von Weritas/Nathian
aus der Zucht von Georg Siegmund aus Raubling mit 3.800 Euro.
Das Edelbluthaflingerfohlen war mit einer Gesamtpunktzahl von
85,5 im Endring der Stuten. Teuerstes Hengstfohlen und zum
absoluten Schlager der Auktion wurde das Siegerfohlen der
reingezogenen Haflinger. Der Stainz-Sohn aus der berühmten
Winterstein-Tochter Novelle, die mehrfach hoch prämiert war,
mehrfache Hengstmutter ist und auch die Siegerin des
Blauen Bandes „ Novita“ stellte, wurde für 8.200 Euro in die
Schweiz zugeschlagen. Einige der Fohlen wechselten die
Besitzer in Richtung Südtirol und in einige andere Bundesländer
Deutschlands.
Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung.
Auch Hans Schiller ist zufrieden: „Wir freuen uns, dass
so viele Haflingerzüchter, auch aus den anderen süddeutschen
Zuchtverbänden, den Weg zu uns nach München-Riem gefunden
haben und bedankte sich besonders bei den Ausstellern für die
teilweise weite Anreise. Schon bald gibt es ein Wiedersehen bei
der Süddeutschen Haflingerkörung am 8.und 9. Oktober in München,
und dann freuen wir uns bereits auf das nächste Jahr, wenn sich die
Creme de la Creme der Haflingerfohlen wieder in München zum
Championat und zur Auktion versammelt“.